Geschichtslernen ist nicht (nur) das Rekapitulieren der Vergangenheit „wie sie wirklich war“, sondern vor allen Dingen Nachdenken über die Frage, warum Menschen sich überhaupt mit dem Leben anderer Menschen in längst vergangenen Zeiten beschäftigen: Was fasziniert uns am Leben der Römerinnen und Römer vor zweitausend Jahren? Wo begegnen uns historische Persönlichkeiten im öffentlichen Raum, zum Beispiel als Namensgeber von Straßen? Warum wurden gerade sie dafür gewählt? War oder ist die Wahl strittig (man recherchiere unsere Schuladresse)? Was wählen Nationen als ihren Nationalfeiertag? Was stand vor fünfzig Jahren über die Kreuzzüge im Schulgeschichtsbuch, was liest man heute darüber? Wie ist die Differenz zu erklären? usw. Erst durch dieses Nachdenken und den Dialog darüber wird aus Vergangenheit „Geschichte“. So befragt, ist Geschichte kein Paukfach, sondern ein Denkfach, das zur Diskussion herausfordert und auch emotionale und ästhetische Zugänge öffnet.

 

Ziel ist es, dass unsere Schülerinnen und Schüler Bewusstsein und Urteilsfähigkeit über die Bedeutung des Umgangs mit Geschichte in ihrer persönlichen Entwicklung, in der Öffentlichkeit und in der politischen Auseinandersetzung gewinnen. Unterrichtet wird Geschichte zweistündig in den Klassen 6 bis 10 und profilgebend vierstündig in der Studienstufe auf erhöhtem Niveau („Kultur und Gesellschaft“, „Kunst im Kontext“) sowie zweistündig auf grundlegendem Niveau.

 

Da die Vergangenheit, die Gegenstand des Unterrichts sein kann, sich im Lauf der Zeit beständig erweitert, ist der Anspruch auf „Vollständigkeit“ von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die Kanondiskussion (Welcher Stoff ist richtig?) wird daher in der Fachschaft immer wieder geführt. Sehr bestrebt sind wir, im Zeitalter der Globalisierung die außereuropäische Geschichte zu ihrem Recht kommen zu lassen, und zwar nicht erst ab dem Moment, in dem afrikanische, asiatische und altamerikanische Gesellschaften ins Visier kolonialer Interessen gerieten. Der Lehrgang „Globales Lernen“ in Klasse 9 in Kooperation mit PGW und Geographie dient diesem Ziel. Die Geschichte der fremden Kulturen und der „Kulturbegegnungen“ kann aber in jedem Schuljahr und bei jedem Gegenstand eingeholt werden (in Klasse 6 bei den Seefahrten und Migrationsbewegungen des Altertums, in Klasse 7 bei Christianisierung und Kreuzzügen im Mittelalter, in Klasse 8 im „Zeitalter der Entdeckungen“ usw.). Dringlich ist uns überdies, unsere Schülerinnen und Schüler beizeiten mit den Anforderungen des Faches auf erhöhtem Niveau in der Studienstufe vertraut zu machen, damit es nicht als bloßes Auswendiglernfach, bei dem das Lösen von Problemen im Hintergrund steht, unterschätzt wird. Das umso mehr, als Geschichte gern als Profilfach gewählt wird.

 

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Thomas Storrer - Fachleitung Geschichte